Das Google-Unternehmensprofil richtig einrichten.
Für die meisten kleinen Betriebe ist der Eintrag wichtiger als die Website. Er ist auch der einzige, den man an einem Nachmittag in Ordnung bringen kann.
Warum der Eintrag vor der Website kommt
Wer auf dem Handy nach „Pizza Gauting“ sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Öffnungszeiten, Bewertungen, Telefonnummer, Route. Viele entscheiden sich dort – und rufen an, ohne je eine Website gesehen zu haben.
Das ist keine gute oder schlechte Entwicklung, es ist einfach so. Und es heißt: Wenn Ihr Eintrag unvollständig ist oder falsche Zeiten zeigt, verlieren Sie Kunden an einer Stelle, die Sie nie zu Gesicht bekommen.
Der häufigste Fehler
Nicht der fehlende Eintrag. Sondern der, den vor vier Jahren jemand angelegt hat und seither niemand mehr angefasst hat – mit den Zeiten von damals.
Anlegen oder übernehmen?
Bevor Sie ein Profil anlegen: Schauen Sie nach, ob es schon eines gibt. Google legt Einträge auch automatisch an, aus Branchenbüchern und Kartendaten. Zwei Einträge für denselben Betrieb sind schlimmer als keiner – sie teilen die Bewertungen auf und verwirren die Suche.
Es gibt noch keinen Eintrag
Dann legen Sie ihn unter google.com/business an. Sie brauchen ein Google-Konto – nehmen Sie eines, das dem Betrieb gehört, nicht das private Ihres Neffen. Die Bestätigung kommt je nach Branche per Anruf, Video oder Postkarte an die Geschäftsadresse.
Die Postkarte dauert bis zu zwei Wochen. Bis dahin ist der Eintrag zwar angelegt, aber nicht sichtbar.
Es gibt schon einen
Suchen Sie Ihren Betrieb bei Google und klicken Sie auf „Inhaber dieses Unternehmens?“. Dann läuft dieselbe Bestätigung. Verwaltet jemand anderes den Eintrag – ein früherer Dienstleister etwa –, bekommt diese Person eine Anfrage und hat sieben Tage Zeit zu antworten.
Antwortet sie nicht, können Sie den Eintrag übernehmen. Das ist der übliche Weg, wenn eine alte Agentur nicht mehr erreichbar ist.
Was ausgefüllt gehört – in dieser Reihenfolge
- Die Hauptkategorie. Der wichtigste Schalter im ganzen Profil. „Restaurant“, „Italienisches Restaurant“ und „Pizzeria“ führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nehmen Sie die, die am genauesten beschreibt, was Sie hauptsächlich tun – nicht die breiteste. Nebenkategorien dürfen Sie ergänzen, aber sparsam.
- Name, Adresse, Telefon. Exakt so, wie es auf Ihrem Schild und Ihrer Rechnung steht. Keine Zusätze wie „Pizzeria Mario – bestes Essen in Gauting“; solche Namen verstoßen gegen die Richtlinien und können gemeldet werden.
- Öffnungszeiten, inklusive Ruhetag. Und die Sonderzeiten für Feiertage. Google fragt von selbst danach – wer nicht antwortet, bekommt bei Feiertagen den Hinweis „Öffnungszeiten können abweichen“ eingeblendet, was Anrufe kostet.
- Leistungen und Ausstattung. Terrasse, Lieferung, barrierefrei, Kartenzahlung, Hunde erlaubt. Danach wird gefiltert. Wer die Felder leer lässt, fällt aus den Filterergebnissen heraus.
- Eigene Fotos. Innen, außen, Team, Produkt. Keine Stockbilder – die erkennt jeder, und sie stehen im Widerspruch zu dem, was Gäste dann vorfinden. Mehr dazu unter Welche Fotos Ihr Betrieb braucht.
- Die Beschreibung. 750 Zeichen, in denen Sie sagen, was es bei Ihnen gibt und was anders ist. Kein Werbetext, sondern Auskunft.
- Fragen und Antworten. Sie dürfen selbst Fragen einstellen und beantworten. Nutzen Sie das für die fünf Fragen, die Ihnen ohnehin jeder stellt: Parkplätze, Reservierung, Kinder, Gruppen, Ruhetag.
Was den Eintrag danach am Leben hält
Bewertungen beantworten. Alle, auch die guten, auch die knappen. Das kostet fünf Minuten in der Woche und ist der sichtbarste Beweis, dass jemand hinschaut. Wie man auf schlechte antwortet, ohne sich zu rechtfertigen, steht unter Um Bewertungen bitten.
Beiträge schreiben. Ein kurzer Beitrag alle paar Wochen – Mittagskarte, Betriebsferien, neue Terrasse. Er erscheint direkt im Eintrag und zeigt, dass der Betrieb aktiv ist.
Zweimal im Jahr prüfen
Google ändert Felder, ergänzt Kategorien und übernimmt manchmal Vorschläge von Nutzern. Ein Blick im Frühjahr und einer im Herbst genügen, damit nichts jahrelang falsch dasteht.
Häufige Fragen
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Anlegen und Pflegen ist kostenlos. Wenn Sie Anrufe bekommen, in denen Ihnen jemand „die Google-Verifizierung“ oder „Platz eins bei Google“ gegen eine monatliche Gebühr verkaufen will: Das kommt nicht von Google. Google ruft Sie in aller Regel nicht an, um Ihnen etwas zu verkaufen.
Ich habe kein Ladengeschäft. Kann ich trotzdem einen Eintrag haben?
Ja. Wenn Sie zum Kunden fahren – Handwerk, Pflege, mobile Dienstleistung –, legen Sie ein Profil ohne öffentliche Adresse an und geben stattdessen das Gebiet an, in dem Sie arbeiten. Ihre Anschrift wird dann für die Bestätigung gebraucht, aber nicht angezeigt.
Wie lange dauert es, bis der Eintrag wirkt?
Sichtbar ist er nach der Bestätigung, also je nach Verfahren sofort oder nach ein bis zwei Wochen. Bis sich die Position in den lokalen Ergebnissen verändert, vergehen eher Wochen als Tage – und sie hängt von Bewertungen, Entfernung und Wettbewerb ab, nicht nur von der Vollständigkeit. Wer Ihnen einen bestimmten Platz in einer bestimmten Zeit zusagt, kann das nicht einhalten.
Jemand hat meine Öffnungszeiten geändert. Geht das?
Ja, Nutzer können Änderungen vorschlagen, und Google übernimmt manche davon automatisch. Deshalb lohnt der regelmäßige Blick ins Profil. Als bestätigter Inhaber können Sie solche Änderungen zurücksetzen.
Brauche ich überhaupt noch eine Website, wenn der Eintrag gut ist?
Der Eintrag bringt Leute dazu, Sie zu finden. Die Website entscheidet, ob sie kommen. Speisekarte, Bilder, Geschichte des Hauses, Feiern – das alles passt nicht in ein Profil. Und der Eintrag gehört Ihnen nur geliehen: Google kann Regeln ändern, Profile sperren oder zusammenlegen. Die eigene Seite kann das nicht passieren.
Passt dazu
Wie der Eintrag in die lokale Suche insgesamt eingebettet ist, steht unter Lokal gefunden werden. Warum Google allein heute nicht mehr reicht, lesen Sie unter In KI-Antworten auftauchen. Und welche Einträge es neben Google noch gibt, steht unter Bing, Apple Karten und der Rest.
Lieber machen lassen?
Wenn ich Ihre Website baue, bringe ich auf Wunsch auch die Einträge in Ordnung – Google, Bing, Apple Karten und Mapbox, mit denselben Angaben überall. 200 Euro zusätzlich zur Website, zusammen 750 Euro einmalig.