ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Bing, Apple Karten und der Rest.

Google ist der größte Eintrag, aber nicht der einzige. Zwei weitere lohnen sich wirklich – und ein Dutzend andere kosten nur Zeit.

Die vier, die zählen

Google ist der Pflichteintrag. Wer nur eines macht, macht dieses – siehe Das Google-Unternehmensprofil richtig einrichten.

Bing Places lohnt sich nicht wegen der Suchenden – in Deutschland sucht dort kaum jemand. Sondern weil die Websuche von ChatGPT und Microsoft Copilot über Bings Index läuft. Der Eintrag ist in einer halben Stunde gemacht und lässt sich sogar direkt aus dem Google-Profil importieren.

Apple Karten ist der übersehene. Jeder iPhone-Besitzer, der Siri fragt oder die Karten-App öffnet, sieht Apples Daten – nicht Googles. In Gegenden mit vielen iPhones ist das ein nennenswerter Teil Ihrer Kundschaft. Eingetragen wird über Apple Business, kostenlos. Die Plattform hieß bis April 2026 Apple Business Connect; bestehende Einträge wurden übernommen.

Mapbox ist der neue vierte. Die Ortstreffer und Karten in ChatGPT kommen von dort, nicht von Google Maps. Inhaber können ihren Eintrag über das Contribute-Portal einreichen und korrigieren – kostenlos und ohne Konto-Zwang.

Die Reihenfolge

Google zuerst und vollständig. Dann Bing, weil sich die Daten übernehmen lassen. Dann Apple, dann Mapbox. Danach hört es auf zu lohnen.

Was sonst noch sinnvoll ist – je nach Branche

  • Gastronomie: TripAdvisor und die einschlägigen Reservierungsdienste, falls Sie ohnehin dort arbeiten. Ein gepflegter Eintrag genügt; überall dabei sein müssen Sie nicht.
  • Handwerk: Das Verzeichnis Ihrer Innung oder Kammer. Solche Seiten sind oft alt, aber sie werden von Suchmaschinen gut bewertet und tatsächlich gelesen.
  • Praxen und Therapie: Die Portale, die Patienten ohnehin nutzen. Hier zählt vor allem, dass Sprechzeiten und Leistungen stimmen.
  • Alle: Ihr Eintrag auf der Seite der Gemeinde oder des Gewerbevereins. Kostet nichts, wird oft vergessen und ist erstaunlich sichtbar.
  • OpenStreetMap, wenn Ihr Betrieb dort fehlt oder falsch liegt. Viele Apps und Navigationsgeräte greifen darauf zurück, auch solche, an die man nicht denkt.

Was Sie sich sparen können, sind die Massenverzeichnisse, die nach Anmeldung kostenpflichtige „Premium-Einträge“ verkaufen. Der Nutzen ist gering, und manche arbeiten mit Rechnungen, die wie Bestätigungen aussehen.

Der wichtigste Punkt: überall dasselbe

Name, Adresse und Telefonnummer müssen in jedem Eintrag identisch sein. Nicht sinngemäß gleich – identisch. „Str.“ und „Straße“, mit und ohne Zusatz „GmbH“, zwei verschiedene Telefonnummern: Jede Abweichung schwächt die Zuordnung.

Suchmaschinen versuchen, aus vielen Quellen ein Bild Ihres Betriebs zusammenzusetzen. Widersprüchliche Angaben sind der häufigste Grund, warum ein Betrieb schlechter gefunden wird, als er sollte – häufiger als fehlende Einträge.

Ein Blatt mit allem

Schreiben Sie Name, Adresse, Telefon und Zeiten einmal genau so auf, wie sie überall stehen sollen. Dieses Blatt ist die Vorlage für jeden neuen Eintrag – und für jeden, der für Sie etwas einträgt.

Häufige Fragen

Kosten Bing Places, Apple Business und Mapbox etwas?

Nein, alle drei sind kostenlos. Wie beim Google-Eintrag gilt: Wer Sie anruft und Geld für eine „Verifizierung“ oder „Freischaltung“ verlangt, kommt weder von Microsoft noch von Apple.

Kann ich meinen Google-Eintrag zu Bing übertragen?

Ja. Bing Places bietet beim Anlegen an, die Daten aus dem Google-Unternehmensprofil zu importieren. Das spart das meiste Tippen. Prüfen Sie danach trotzdem Kategorie und Öffnungszeiten, weil nicht alle Felder sauber übernommen werden.

Wie oft muss ich die Einträge pflegen?

Immer sofort, wenn sich etwas ändert – Zeiten, Nummer, Ruhetag. Und zusätzlich ein Rundgang zweimal im Jahr, weil Portale Felder umbauen und Nutzer Änderungen vorschlagen können. Für Google und Bing dauert das jeweils zehn Minuten.

Ich habe alte Einträge, an die ich nicht mehr herankomme.

Das ist der Normalfall, wenn früher eine Agentur oder ein Familienmitglied etwas angelegt hat. Bei Google gibt es dafür ein Verfahren, den Eintrag zu übernehmen: Sie stellen die Anfrage, der bisherige Verwalter hat sieben Tage Zeit, und wenn er nicht antwortet, geht der Eintrag an Sie. Andere Portale haben ähnliche Wege, meist über den Kundendienst.

Passt dazu

Der wichtigste Eintrag zuerst: Das Google-Unternehmensprofil richtig einrichten. Warum Bing dabei plötzlich wieder zählt, steht unter In KI-Antworten auftauchen. Den Überblick gibt Lokal gefunden werden.

Alles auf einen Stand bringen?

Wenn ich Ihre Website baue, übernehme ich auf Wunsch die Einträge bei Google, Bing, Apple Karten und Mapbox, gleiche die wichtigsten Verzeichnisse ab und gebe Ihnen eine Übersicht, wo Sie überall stehen. 200 Euro zusätzlich, zusammen 750 Euro einmalig.

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