ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

In KI-Antworten auftauchen.

Immer mehr Leute fragen ChatGPT statt Google, wo man gut essen geht. Die Antwort entsteht aus Quellen, die Sie beeinflussen können – wenn auch nicht steuern.

Was dabei wirklich passiert

Wenn jemand fragt „wo kann ich in Starnberg gut italienisch essen“, denkt sich das Modell die Antwort nicht aus. Es sucht – meist über eine Suchmaschine im Hintergrund –, liest ein paar Ergebnisse und fasst sie zusammen.

Für Ortsfragen heißt das: Die Fakten stammen überwiegend aus Kartendiensten, Verzeichnissen und Bewertungsportalen. Ihre Website ist eine Quelle unter mehreren, und selten die erste.

Daraus folgt etwas Unbequemes und etwas Praktisches. Unbequem: Sie haben keinen Schalter, mit dem Sie in solche Antworten kommen. Praktisch: Die Arbeit, die hilft, ist dieselbe wie immer – vollständige Einträge, überall dieselben Angaben, klare Fakten auf der eigenen Seite.

Der Unterschied zu Google

Bei Google sehen Sie zehn Ergebnisse und wählen selbst. Eine KI nennt drei Namen und begründet sie. Wer nicht dabei ist, kommt nicht vor – ein zweiter Blick findet nicht statt.

Warum ausgerechnet Bing wieder wichtig wird

In Deutschland sucht kaum jemand freiwillig mit Bing. Trotzdem lohnt der Eintrag – denn die Websuche von ChatGPT und Microsoft Copilot läuft über Bings Index, nicht über Googles. Ein Betrieb, der dort fehlt oder falsch dasteht, fehlt damit auch in den Antworten, die darauf aufsetzen.

Für die Ortstreffer selbst – die Karte und die Liste der Betriebe – greift ChatGPT inzwischen auf Mapbox zurück. Dort können Inhaber ihren Eintrag über das Contribute-Portal einreichen und korrigieren, ebenfalls kostenlos.

Dasselbe gilt für Apple Karten: Wer auf dem iPhone nach einem Lokal fragt, bekommt Apples Daten – unabhängig davon, was bei Google steht. Näheres unter Bing, Apple Karten und der Rest.

Was tatsächlich hilft

  • Überall dieselben Angaben. Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten – identisch bei Google, Bing, Apple, Mapbox, im Branchenbuch und auf der eigenen Seite. Widersprüche sind für ein Sprachmodell dasselbe wie für einen Menschen: ein Grund, die Auskunft lieber wegzulassen.
  • Fakten im Fließtext, nicht nur im Bild. Eine Speisekarte als PDF oder Foto ist für Maschinen unlesbar. Was als Text auf der Seite steht, kann gelesen und zitiert werden – Gerichte, Preise, Ruhetag, Anfahrt.
  • Angaben im Seitenquelltext. Öffnungszeiten, Adresse und Art des Betriebs lassen sich maschinenlesbar hinterlegen, sodass sie nicht aus dem Text geraten werden müssen. Für Suchmaschinen ist das seit Jahren üblich; für KI-Systeme ist es derselbe Vorteil.
  • Eindeutige Formulierungen. „Dienstag bis Sonntag ab 17 Uhr, Montag Ruhetag“ ist besser als „abends geöffnet, außer montags“. Was eindeutig dasteht, wird eindeutig wiedergegeben.
  • Bewertungen und Erwähnungen. Was andere über Sie schreiben – Portale, Zeitungsartikel, Blogs – fließt in solche Antworten ein. Deshalb ist der Zeitungsbericht über Ihr Jubiläum mehr wert, als er sich anfühlt.
  • Eine Seite, die lädt. Quellen, die langsam oder unerreichbar sind, werden übersprungen. Siehe Warum Ihre Website langsam ist.

Was Sie nicht glauben sollten

Seit einem Jahr wird „GEO“ verkauft – Generative Engine Optimization. Manche Anbieter versprechen, Ihren Betrieb in ChatGPT-Antworten zu bringen, gegen monatliche Gebühr.

Das kann niemand zusagen. Es gibt keine Rangliste, die man nachschauen könnte, und keinen Platz, den man kaufen kann. Dieselbe Frage, zweimal gestellt, liefert unterschiedliche Antworten. Wer Ihnen eine Platzierung darin verkauft, verkauft Ihnen etwas, das er nicht kontrolliert.

Was es sehr wohl gibt, sind die Stellen, an denen die Angaben herkommen: Google, Bing, Apple, Mapbox, Bewertungsportale. Dort trägt man sich ein und hält es aktuell. Das kostet nichts – und ist die ganze Arbeit, die sich hinter dem Begriff verbirgt.

Die ehrliche Fassung

Man kann dafür sorgen, dass alle Angaben stimmen, vollständig sind und überall gleich lauten. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, richtig wiedergegeben zu werden. Mehr ist nicht seriös zu haben – von niemandem.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Betrieb bei ChatGPT anmelden?

Ein Anmeldeformular für Antworten gibt es nicht. Was es gibt, sind die Quellen, aus denen solche Antworten entstehen – und dort können Sie sich eintragen: Google-Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Business und Mapbox, dessen Ortsdaten ChatGPT für die Kartentreffer nutzt. Dazu Bewertungsportale und die eigene Website. Stimmen diese Angaben, stehen die Chancen gut, richtig wiedergegeben zu werden. Ein bestimmter Platz in einer bestimmten Antwort ist damit trotzdem nicht zugesagt.

Wie prüfe ich, was eine KI über meinen Betrieb sagt?

Fragen Sie sie. Öffnen Sie ChatGPT, Perplexity oder Copilot und stellen Sie die Frage, die ein Kunde stellen würde – „wo kann ich in … gut essen“ oder „hat … montags offen“. Wiederholen Sie es an einem anderen Tag; die Antworten schwanken. Falsche Angaben führen Sie fast immer auf eine Quelle zurück, die sich korrigieren lässt.

Soll ich Texte für KI schreiben statt für Menschen?

Nein. Texte, die für Maschinen optimiert sind, lesen sich für Menschen schlecht – und Ihre Kunden sind Menschen. Was hilft, ist Klarheit: kurze Sätze, eindeutige Angaben, Überschriften, die halten, was darunter steht. Das nützt beiden.

Verliere ich Besucher, wenn die KI die Antwort schon gibt?

Teilweise ja. Wer nur die Öffnungszeiten wissen wollte, klickt nicht mehr. Wer sich entscheiden will, wo er hingeht, schaut weiterhin nach – Bilder, Karte, Atmosphäre. Für kleine Betriebe verschiebt sich dadurch vor allem eines: Die ersten Sekunden entscheiden sich woanders, nämlich in Ihrem Eintrag.

Lohnt sich das für einen Betrieb mit zwanzig Plätzen?

Der Aufwand lohnt sich nicht, weil KI heute viele Gäste bringt – tut sie meist noch nicht. Er lohnt sich, weil es dieselbe Arbeit ist, die schon für Google nötig ist. Sie machen es einmal und sind für beides in Ordnung.

Passt dazu

Die Grundlage ist der Google-Eintrag: Das Google-Unternehmensprofil richtig einrichten. Was daneben noch zählt, steht unter Bing, Apple Karten und der Rest und im Überblick unter Lokal gefunden werden.

Soll ich das übernehmen?

Wenn ich Ihre Website baue, bringe ich auf Wunsch die Einträge bei Google, Bing, Apple Karten und Mapbox auf denselben Stand und hinterlege die Angaben maschinenlesbar auf der Seite. 200 Euro zusätzlich, zusammen 750 Euro einmalig – ohne Versprechen, in einer bestimmten Antwort aufzutauchen.

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