ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Bringt die Seite überhaupt etwas?

Die ehrlichste Zahl steht in keiner Statistik: wie oft jemand sagt, er habe Sie im Internet gefunden.

Drei Messpunkte genügen

Anrufe und Nachrichten. Notieren Sie vier Wochen lang mit einem Strich, wer über die Seite kam. Mehr Statistik brauchen Sie nicht.

Das Google-Unternehmensprofil. Es zeigt kostenlos, wie oft Sie in der Suche erschienen sind, wie oft jemand auf Anrufen oder Route getippt hat.

Die Suchbegriffe. Die Google Search Console zeigt, mit welchen Wörtern Leute auf Ihrer Seite landen – oft die nützlichste Quelle überhaupt.

Warum Besucherzahlen wenig aussagen

„Wir hatten 800 Besucher im Monat“ klingt gut und bedeutet fast nichts. Ein erheblicher Teil davon sind Maschinen. Vom Rest sucht ein Teil etwas anderes, und wieder ein anderer Teil ist bereits Ihr Kunde und schaut nur die Öffnungszeiten nach.

Für einen lokalen Betrieb zählt eine einzige Kennzahl wirklich: Wie viele Menschen haben Kontakt aufgenommen, die Sie sonst nicht erreicht hätten? Fünf echte Anfragen im Monat sind mehr wert als tausend Aufrufe.

Deshalb rate ich von aufwendigen Messsystemen ab. Was Sie brauchen, ist ein Gefühl für die Richtung – und das bekommen Sie mit einem Zettel neben dem Telefon schneller als mit jedem Dashboard.

Die eine Frage

„Wie sind Sie auf uns gekommen?“ Fragen Sie das vier Wochen lang jeden neuen Kunden.

Vier Striche genügen: Internet, Empfehlung, vorbeigelaufen, schon Kunde.

Danach wissen Sie mehr als aus jeder Auswertung – und Sie wissen, wo Sie investieren sollten.

Was Sie kostenlos einrichten sollten

  • Google-Unternehmensprofil. Zeigt Aufrufe, Anrufe, Routenanfragen und die Suchbegriffe – der größte Hebel für lokale Betriebe
  • Google Search Console. Zeigt, zu welchen Suchanfragen Ihre Seite erscheint, auf welchem Platz und wie oft geklickt wird. Kostenlos, ein Nachweis der Inhaberschaft genügt
  • Bing Webmaster Tools, wenn Sie mögen – zwei Minuten, weil sich die Daten aus der Search Console übernehmen lassen
  • Ein Blatt Papier neben dem Telefon. Ernsthaft: Es schlägt jede Software, weil es misst, was zählt

Was Sie nicht brauchen: Google Analytics. Es bringt für einen Betrieb dieser Größe kaum Erkenntnis, macht aber ein Einwilligungsbanner nötig – und kostet damit Besucher.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Seite Wirkung zeigt?

Bei der Auffindbarkeit über das Google-Unternehmensprofil oft schon nach Tagen. Bei der organischen Suche dauert es länger: Zwei bis drei Monate, bis sich etwas zeigt, sechs Monate, bis es belastbar ist. Wer Ihnen schnellere Ergebnisse verspricht, verkauft Anzeigen.

Woher weiß ich, ob meine Seite bei Google auftaucht?

Der schnellste Test: site:ihre-adresse.de in die Suche eingeben. Was dort erscheint, ist im Index. Erscheint nichts, ist etwas grundsätzlich falsch – dann sollte jemand draufschauen. Für alles Weitere ist die Search Console der richtige Ort.

Sollte ich Anzeigen schalten?

Für die meisten lokalen Betriebe ist das Geld zunächst besser im Unternehmensprofil und in Bewertungen angelegt. Anzeigen lohnen sich, wenn Sie eine klare Aktion haben, gegen starke Konkurrenz antreten oder kurzfristig Auslastung brauchen. Und sie wirken nur, solange Sie zahlen.

Was messe ich, wenn ich keine Statistik einbauen will?

Die Herkunftsfrage bei neuen Kunden, die Zahlen aus dem Google-Profil und die Suchbegriffe aus der Search Console. Diese drei Quellen kosten nichts, brauchen keine Einwilligung und sagen mehr über Ihr Geschäft aus als jede Besucherstatistik.

Und wenn die Seite nichts bringt?

Dann schauen wir, woran es liegt, statt es hinzunehmen. Die drei häufigsten Gründe: Die Seite beantwortet die Fragen nicht, die Leute stellen. Das Google-Profil ist unvollständig. Oder es gibt schlicht kaum Suchanfragen in Ihrer Nische – dann liegt der Hebel woanders, etwa bei Empfehlungen und Bewertungen.

Passt dazu

Der größte Hebel liegt beim Unternehmensprofil: Lokal gefunden werden. Und wenn wenig ankommt, liegt es oft an den Texten.

Einmal gemeinsam draufschauen?

Schicken Sie mir Ihre Adresse. Ich sehe mir an, zu welchen Begriffen Sie gefunden werden und woran es hakt – und sage Ihnen, was sich lohnt.

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