ms. – Marcel Schuler
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Kostenlos gefunden werden ist ein Zustand auf Zeit.

Google kam auch einmal ohne Anzeigen aus. Bei KI-Antworten beginnt gerade dasselbe. Noch gewinnt der gepflegte Eintrag, nicht das größere Budget. Genau das ist die Zeit für die Grundlagen.

Symbolbild: ein Preisschild mit null Euro neben einer Sanduhr, deren Sand fast durchgelaufen ist

Das Muster kennen wir schon

Google ging 1998 an den Start, ohne eine einzige Anzeige. Wer gesucht wurde, stand oben, weil er passte. Im Oktober 2000 kamen die ersten bezahlten Anzeigen dazu. Klein, am Rand, klar getrennt.

Suchen Sie heute nach „Friseur“ und Ihrem Ort. Oft stehen oben zuerst Anzeigen, auch in der Karte. Der beste Eintrag kommt danach. Er ist nicht schlechter geworden. Es steht nur etwas davor.

Niemand hat das beschlossen

Es gab keinen Tag, an dem Google kostenpflichtig wurde. Es kam in kleinen Schritten, und jeder davon klang vernünftig. Am Ende war die beste Stelle ein Produkt.

Bei KI-Antworten fängt es gerade an

Stand September 2026. Die Lage ändert sich schnell, darum mit Datum:

  • ChatGPT. Seit dem 24. August 2026 gibt es in Deutschland Anzeigen, in der kostenlosen Fassung und im günstigen Go-Abo. Sie sind gekennzeichnet und stehen getrennt von der Antwort. Seit Ende August kann jeder Betrieb sie im eigenen Werbekonto selbst buchen.
  • Google. Anzeigen direkt in den KI-Übersichten laufen in zwölf Ländern, darunter noch kein EU-Land. Im KI-Modus testet Google Anzeigen bisher nur in den USA. Bei uns stehen sie vorerst über und unter der KI-Übersicht.
  • Apple Karten. Seit August 2026 zeigt Apple in den USA und in Kanada bezahlte Einträge in den Vorschlägen und in den Suchergebnissen. Sie sehen aus wie jeder andere Eintrag, mit einem kleinen blauen Hinweis „Anzeige“.
  • Perplexity. Hat Anzeigen getestet und wieder aufgegeben. Die Begründung: Werbung untergräbt das Vertrauen in die Antworten. Das Geld soll jetzt aus Abos kommen.

Ob es überall so kommt, ist also nicht ausgemacht. Die Richtung schon.

Heute entscheidet, wer seine Angaben gepflegt hat. Morgen zusätzlich, wer dafür bezahlt.

Marcel Schuler · Neu gedacht

Warum das kleine Betriebe mehr trifft als große

Google zeigt zehn Treffer, Sie entscheiden. Eine KI nennt drei Namen, fertig. Wenn einer davon bezahlt ist, bleiben zwei.

OpenAI sagt, die Anzeigen beeinflussen die Antwort nicht. Nehmen wir das beim Wort. Dann gibt es den unbezahlten Platz in der Antwort weiterhin. Er muss sich die Aufmerksamkeit nur künftig mit einer Anzeige teilen. Und wer dort landet, entscheiden dieselben Dinge wie heute: vollständige Einträge, überall dieselben Angaben, Fakten, die eine Maschine lesen kann.

Das Einzige, was sich ändert, ist der Preis fürs Zuspätkommen. Wer seine Grundlagen heute legt, konkurriert mit Betrieben, die es nicht tun. Wer später anfängt, konkurriert zusätzlich mit Werbebudgets.

Die unbequeme Rechnung

Ein Eintrag bei Google, Bing und Apple kostet nichts außer einem Nachmittag. Eine Anzeige kostet jeden Monat. Das eine ersetzt das andere nicht. Aber nur das eine gibt es gerade noch ohne Konkurrenz durch Geld.

Was in die kostenlose Zeit gehört

  • Das Google-Unternehmensprofil vollständig, mit Leistungen, Fotos und aktuellen Öffnungszeiten
  • Bing Places und Apple Business, dazu Mapbox. Dort holen sich viele KI-Dienste ihre Angaben
  • Überall dieselbe Schreibweise für Name, Adresse und Telefonnummer
  • Auf der eigenen Website die Fakten als Text, nicht als Foto der Speisekarte, und die Öffnungszeiten maschinenlesbar hinterlegt
  • Bewertungen, auf die jemand antwortet

Wie das im Einzelnen geht, steht im Ratgeber In KI-Antworten auftauchen. Die ganze Liste für die lokale Suche finden Sie unter Lokal gefunden werden.

Und wer Ihnen jetzt einen Platz verkaufen will?

Seit August gibt es in ChatGPT tatsächlich etwas zu kaufen: eine Anzeige, gekennzeichnet, neben der Antwort. Das ist Werbung. Ein Platz in der Antwort ist es nicht.

Wer Ihnen genau diesen Platz verkauft, verkauft weiterhin etwas, das er nicht in der Hand hat. Daran hat sich nichts geändert. Anzeigen können sinnvoll sein. Sie kommen nur obendrauf und ersetzen nicht, was darunter liegt.

Die Reihenfolge

Erst die Einträge, dann vielleicht Werbung. Umgekehrt bezahlen Sie dafür, dass Menschen auf einem unvollständigen Eintrag landen.

Die Grundlagen legen, solange sie nichts kosten.

Wenn ich Ihre Website baue, bringe ich auf Wunsch die Einträge bei Google, Bing, Apple Karten und Mapbox auf denselben Stand. Zusammen 750 Euro, einmalig. Ohne Versprechen, in einer bestimmten Antwort aufzutauchen.

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