ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Warum Ihre Website langsam ist.

Die Hälfte der Besucher kommt über Mobilfunk, oft mit schlechtem Empfang. Was am Bürorechner in einer Sekunde da ist, dauert dort acht – und so lange wartet niemand.

Die drei üblichen Verdächtigen

Bilder in Originalgröße. Ein Handyfoto hat heute gut vier Megabyte. Auf der Seite braucht es davon vielleicht ein Fünfzigstel.

Fremde Dienste. Schriften, Karten, Videofenster, Bewertungsanzeigen, Chat-Fenster – jedes lädt von einem anderen Server nach.

Zu viele Erweiterungen. Bei WordPress bringt fast jede ihre eigenen Skripte mit, auch auf Seiten, wo sie nichts tut.

Was Sie in einer Stunde selbst erledigen können

Bilder verkleinern. Das ist mit Abstand der größte Hebel. Für die Anzeige auf einer Seite reichen 1.600 Pixel Breite; ein gutes Format wie WebP drückt die Dateigröße noch einmal auf etwa ein Drittel. Aus vier Megabyte werden so schnell hundert Kilobyte – bei identischem Aussehen.

Karte ersetzen. Eine eingebettete Google-Karte lädt bei jedem Aufruf mehr nach als Ihre gesamte Seite. Ein Bild des Kartenausschnitts mit einem Link zur Route tut dasselbe und ist unterwegs sogar praktischer.

Videos verlinken statt einbetten. Ein Vorschaubild mit Link kostet nichts und verhindert obendrein die Einwilligungspflicht.

Chat und Bewertungsanzeigen prüfen. Diese Fenster sind fast immer die zweitschwersten Bauteile einer Seite – und werden selten benutzt.

Grobe Zielwerte

Unter 1 Sekunde bis zum ersten sichtbaren Inhalt auf einer normalen Mobilverbindung.

Unter 500 Kilobyte für eine typische Seite mit ein paar Bildern.

Kein Springen beim Laden: Bilder brauchen feste Maße, sonst verrutscht der Text unter dem Daumen.

Wie Sie nachmessen

  • PageSpeed Insights von Google – Adresse eingeben, Bericht lesen. Achten Sie auf die Werte für Mobilgeräte, nicht auf die für den Rechner
  • Die Punktzahl ist nicht das Ziel. Entscheidend sind die drei Kernwerte: wann der Hauptinhalt sichtbar ist, wie schnell die Seite reagiert und ob beim Laden etwas springt
  • Mit dem eigenen Handy testen, unterwegs und nicht im Firmen-WLAN
  • Den Zwischenspeicher leeren, sonst messen Sie Ihren eigenen Besuch von gestern
  • Die Startseite reicht nicht. Prüfen Sie auch die Seite mit den meisten Bildern – meistens Galerie oder Speisekarte

Was Tempo mit Suchmaschinen zu tun hat

Google wertet die Nutzererfahrung als Signal, und Ladezeit gehört dazu. Man sollte den Punkt aber nicht überschätzen: Ein schneller, schlechter Text landet nicht vor einem langsamen, guten. Tempo entscheidet dort, wo zwei Ergebnisse sonst gleichauf liegen.

Viel wichtiger ist die Wirkung auf Menschen. Wer auf dem Weg zu Ihnen die Öffnungszeiten sucht und drei Sekunden auf ein graues Feld schaut, geht zurück zur Trefferliste – und landet beim Nächsten. Diesen Besuch sehen Sie in keiner Statistik.

Warum meine Seiten schnell sind

Nichts wird nachgeladen: Schriften, Bilder und Stil liegen auf demselben Server.

Keine Datenbank, kein System, das die Seite erst zusammenbaut.

Bilder vorbereitet, in der Größe, in der sie erscheinen.

Kein Cookie-Banner, das sich als Erstes vor die Seite legt.

Häufige Fragen

Wie schnell sollte eine Website laden?

Als Faustregel: Der Hauptinhalt sollte auf dem Handy in unter zweieinhalb Sekunden sichtbar sein, besser schneller. Bei einer schlanken Seite ohne fremde Dienste sind Werte unter einer Sekunde normal. Alles über vier Sekunden kostet spürbar Besucher.

Liegt es an meinem Hosting?

Selten. Bei den üblichen Anbietern ist das Paket für eine kleine Seite ausreichend. In fast allen Fällen, die ich gesehen habe, lag es an Bildern und an nachgeladenen Fremddiensten. Erst wenn die in Ordnung sind, lohnt sich der Blick auf den Tarif.

Bringt ein Caching-Plugin etwas?

Bei WordPress ja, spürbar – es legt fertige Seiten zwischen, statt sie jedes Mal neu zu bauen. Es kaschiert allerdings nur die Ursache. Die Bilder bleiben groß, die fremden Dienste laden weiter nach. Und es ist eine weitere Erweiterung, die gepflegt werden will.

Ich habe hundert Bilder in der Galerie. Was tun?

Erstens ausmisten: Zwanzig gute Bilder wirken besser als hundert mittelmäßige. Zweitens verkleinern. Drittens verzögert laden, sodass nur das geladen wird, was jemand tatsächlich ansieht. Das lässt sich in jedem System einstellen.

Kann ich meine bestehende Seite schneller machen lassen?

Meistens ja, und oft mit wenigen Eingriffen. Schreiben Sie mir die Adresse, dann sage ich Ihnen, woran es liegt und was es kostet, das abzustellen. Wenn sich der Aufwand nicht lohnt, sage ich das auch.

Soll ich einmal draufschauen?

Schicken Sie mir die Adresse Ihrer Seite. Sie bekommen eine kurze Rückmeldung, woran es klemmt – ohne Verkaufsgespräch.

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