ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Was auf Ihre Website gehört – und was nicht.

Die meisten Seiten sind zu lang und sagen zu wenig. Es fehlt selten an Wörtern, es fehlt an Antworten.

Die drei Fragen, die jeder mitbringt

Bin ich hier richtig? Macht dieser Betrieb das, was ich gerade brauche?

Kann ich dem trauen? Wer arbeitet hier, wie sieht es aus, was sagen andere?

Was mache ich jetzt? Anrufen, schreiben, vorbeikommen – und wann?

Wenn Ihre Seite diese drei Fragen beantwortet, ist sie fertig. Alles Weitere ist Zugabe.

Seite für Seite

Startseite. In einem Satz, was Sie machen und für wen – ohne Begrüßungsformel. „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ ist die häufigste verschenkte Zeile im deutschen Netz. Darunter Öffnungszeiten, Telefonnummer und der Weg zu Ihnen.

Leistungen. Je Schwerpunkt ein eigener Abschnitt, in der Sprache Ihrer Kunden. Wer „Kanalsanierung im Inlinerverfahren“ sucht, tippt eher „Rohr kaputt“ – beides darf vorkommen.

Über uns. Wer arbeitet hier, seit wann, warum. Drei Sätze und ein echtes Foto wirken mehr als eine Firmenhistorie seit 1968.

Kontakt. Alle Wege, die Sie wirklich anbieten. Wenn Sie E-Mails nur einmal die Woche lesen, schreiben Sie es dazu.

Was fast immer fehlt

Preise oder Spannen. Die häufigste unbeantwortete Frage überhaupt.

Einsatzgebiet. Wie weit fahren Sie? Bis wohin liefern Sie?

Was Sie nicht machen. Spart beiden Seiten Zeit.

Wann Sie erreichbar sind – und wie schnell Sie antworten.

Parken. In der Stadt oft der Satz, der den Ausschlag gibt.

Sätze, die Sie streichen sollten

  • „Wir bieten Ihnen ein breites Leistungsspektrum.“ Sagt nichts. Schreiben Sie, welche drei Dinge Sie am häufigsten machen
  • „Qualität ist unser höchstes Gut.“ Das behauptet jeder. Zeigen Sie stattdessen eine Arbeit
  • „Kompetent, zuverlässig, kundenorientiert.“ Drei Wörter, die in jede Branche passen und deshalb in keine
  • „Gerne beraten wir Sie unverbindlich.“ Ersetzen Sie es durch: „Rufen Sie an, das erste Gespräch dauert zehn Minuten“
  • „Seit über 20 Jahren am Markt.“ Nur interessant, wenn Sie sagen, was daraus folgt

Wie Sie es sich leicht machen

1

Sprechen statt schreiben

Nehmen Sie ins Handy auf, was Sie einem Kunden am Telefon erklären würden. Diese Sätze sind fast immer besser als alles, was am Schreibtisch entsteht.

2

Die letzten zehn Anfragen durchgehen

Was wurde gefragt? Diese Fragen gehören auf die Seite – genau in der Formulierung, in der sie gestellt wurden.

3

Jemanden lesen lassen, der Sie nicht kennt

Nicht die Familie. Jemand, der Ihr Gewerk nicht kennt und danach sagen kann, was Sie machen und wie man Sie erreicht.

Häufige Fragen

Muss ich die Texte selbst schreiben?

Nein. Bei mir ist das Texten im Festpreis enthalten. Was ich von Ihnen brauche, sind die Fakten und ein Eindruck davon, wie Sie reden – zwanzig Minuten am Telefon genügen meistens. Den Rest schreibe ich und lege es Ihnen zum Ändern vor.

Wie lang sollte ein Text sein?

So lang, wie die Frage es verlangt. Eine Leistungsseite mit 300 bis 500 Wörtern ist für die meisten Betriebe richtig. Sehr kurze Seiten wirken auf Google dünn, sehr lange liest niemand. Wichtiger als die Länge ist, dass keine offene Frage zurückbleibt.

Soll ich „Sie“ oder „Du“ schreiben?

So, wie Sie Ihre Kunden im Laden ansprechen. Ein Friseur, der alle duzt, wirkt mit „Sie“ auf der Seite steif. Eine Kanzlei umgekehrt. Nur: Bleiben Sie dabei. Ein Wechsel mitten in der Seite fällt sofort auf.

Was ist mit Suchbegriffen – muss ich die einbauen?

Schreiben Sie zuerst für Menschen. Achten Sie dann darauf, dass die Wörter vorkommen, mit denen Ihre Kunden Sie suchen würden – also „Dachdecker Gauting“ und nicht „Bedachungstechnik“. Wortwiederholungen bringen nichts mehr, verständliche Sprache schon. Mehr dazu unter Lokal gefunden werden.

Kann ich Texte von anderen Seiten übernehmen?

Nein, das ist urheberrechtlich geschützt und teuer, wenn es auffällt. Von Lieferanten bereitgestellte Produkttexte dürfen Sie meist verwenden – dann steht derselbe Text aber auf hundert Seiten, und Google zeigt davon eine. Zwei eigene Sätze sind mehr wert als zwanzig übernommene.

Passt dazu

Zu den Texten gehören Bilder: welche Fotos Ihr Betrieb braucht und welche Sie verwenden dürfen.

Das Schreiben übernehme ich.

Sie erzählen, ich formuliere. Im Entwurf steht dann schon Ihr Text – nicht Blindtext, den Sie später füllen müssten.

Entwurf anfragen   Und die Fotos?