Welche Bilder Sie verwenden dürfen.
Das teuerste Foto ist das, das schnell aus der Google-Suche kopiert wurde. Vier Regeln ersparen Ihnen den Brief vom Anwalt.
Die vier Regeln
Selbst fotografiert ist immer sicher – solange keine fremden Personen, Kunstwerke oder Marken im Mittelpunkt stehen.
Aus der Suche kopiert ist nie erlaubt, auch wenn kein Wasserzeichen darauf ist und die Seite nichts dazu schreibt.
Kostenlose Bilddatenbanken sind erlaubt, aber lesen Sie die Lizenz – und speichern Sie sie ab.
Die vierte Regel: Wer auf dem Bild zu erkennen ist, muss einverstanden sein. Das gilt für Mitarbeiter genauso wie für Gäste.
Woher gute Bilder kommen
Vom eigenen Handy. Für einen lokalen Betrieb ist das die beste Quelle – echte Räume, echte Arbeit, echte Leute. Wie Sie das in einem Nachmittag erledigen, steht unter Welche Fotos Ihr Betrieb wirklich braucht.
Von einem Fotografen. Ein halber Tag kostet je nach Region einige hundert Euro. Klären Sie dabei schriftlich, wofür Sie die Bilder nutzen dürfen: Website, Social Media, Anzeigen, zeitlich unbegrenzt. Ohne diese Nutzungsrechte gehört Ihnen das Bild nicht, auch wenn Sie es bezahlt haben.
Aus Bilddatenbanken. Unsplash, Pexels und Pixabay sind kostenlos, Adobe Stock und Shutterstock kosten. Für Stimmungsbilder in Ordnung – nur zeigen sie eben nicht Ihren Betrieb, und dieselben Bilder stehen auf hundert anderen Seiten.
Was Sie dokumentieren sollten
Woher das Bild stammt – Datenbank, Fotograf, eigenes Handy.
Welche Lizenz gilt, als PDF oder Bildschirmfoto gespeichert.
Ob ein Name genannt werden muss und wie genau.
Einverständnis abgebildeter Personen, am besten schriftlich.
Die häufigsten teuren Irrtümer
- „Das Bild stand ohne Hinweis im Netz.“ Urheberrecht entsteht automatisch. Kein Hinweis heißt nicht frei
- „Ich habe die Quelle genannt.“ Eine Quellenangabe ersetzt keine Erlaubnis
- „Das war nur ein Screenshot einer Speisekarte.“ Auch Speisekarten, Zeichnungen und Logos sind geschützt
- „Der Fotograf hat es doch gemacht, ich habe bezahlt.“ Bezahlt ist die Leistung, nicht automatisch jede Nutzung
- „Auf dem Gruppenfoto sieht man kaum jemanden.“ Erkennbarkeit genügt – und ehemalige Mitarbeiter können ihr Einverständnis widerrufen
- „Das Gebäude gehört mir.“ Fremde Gebäude dürfen Sie in der Regel von öffentlichen Wegen aus fotografieren, aus dem Garten heraus nicht
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich ein Bild unberechtigt nutze?
Üblich ist ein anwaltliches Schreiben mit Unterlassungserklärung, Schadenersatz und Anwaltskosten. Je nach Bild und Nutzungsdauer landet man schnell im drei- bis vierstelligen Bereich – deutlich mehr, als jede Lizenz gekostet hätte. Es gibt Kanzleien, die genau das systematisch verfolgen.
Darf ich Fotos von Gästen oder Kunden zeigen?
Nur mit Einverständnis, wenn Personen erkennbar sind. Bei einem Veranstaltungsbild aus größerer Entfernung, auf dem niemand im Mittelpunkt steht, ist die Lage entspannter. Im Zweifel: fragen, kurz notieren – oder eine Perspektive wählen, auf der niemand zu erkennen ist.
Und Mitarbeiterfotos?
Die brauchen eine Einwilligung, am besten schriftlich und getrennt vom Arbeitsvertrag. Wenn jemand geht, sollte geklärt sein, wie lange das Bild online bleiben darf. Praktisch löscht man es beim Ausscheiden – das erspart jede Diskussion.
Darf ich Bilder von meinem Lieferanten verwenden?
Häufig ja, viele Hersteller stellen Händlern Bildmaterial zur Verfügung. Lassen Sie sich das einmal schriftlich bestätigen und legen Sie die Mail ab. Bedenken Sie aber: Dieselben Bilder verwenden alle anderen Händler auch.
Was ist mit KI-erzeugten Bildern?
Technisch möglich, für einen lokalen Betrieb aber selten sinnvoll: Man sieht es meistens, und es zeigt eben nicht Ihren Laden. Für abstrakte Illustrationen kann es funktionieren. Prüfen Sie die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Dienstes, und stellen Sie keine erfundenen Bilder als echte Aufnahmen Ihres Betriebs dar.
Muss ich Bilder bearbeiten, bevor sie online gehen?
Verkleinern auf jeden Fall – ein Handyfoto ist für eine Website etwa fünfzigmal zu groß und bremst die Seite aus. Außerdem sollten Standortdaten aus den Bilddateien entfernt werden. Beides mache ich beim Bauen mit; mehr zum Thema Tempo steht unter Warum Ihre Website langsam ist.
Passt dazu
Welche Motive Sie überhaupt brauchen, steht unter Welche Fotos Ihr Betrieb wirklich braucht. Große Bilddateien sind außerdem der häufigste Grund, warum eine Seite langsam ist.
Schicken Sie mir, was Sie haben.
Ich sage Ihnen, was davon brauchbar ist, bereite es auf – und sage auch, wenn ein Bild besser nicht auf die Seite sollte.