Redaktionsplan für Social Media: vier Spalten, und am Dienstag ist klar, was dran ist.
Woher die Themen kommen und wie daraus ein Plan wird, den eine Person nebenbei pflegt – kurz genug, um ihn zwischen zwei Kunden zu lesen.
Das leere Blatt ist das Problem
„Was posten wir heute?“ – diese Frage kostet jede Woche zwanzig Minuten, bevor überhaupt ein Wort geschrieben ist. An Ideen fehlt es dabei selten. Es fehlt der Anfang: Jede Idee startet bei null, fühlt sich nach Arbeit an, und irgendwann bleibt es liegen.
Feste Rubriken nehmen Ihnen genau diesen Anfang ab. Sie füllen sich von selbst, weil der Betrieb sie ohnehin jede Woche liefert – die Frage lautet dann nur noch „Was war diese Woche das Montagsspecial?“.
Der Denkfehler
Nicht jeder Beitrag muss originell sein. Die meisten guten Social-Media-Auftritte leben von Wiederholung mit kleinen Variationen, nicht von ständig neuen Formaten.
Fünf Rubriken, die fast überall funktionieren
- Das Wiederkehrende – ein Wochenangebot, eine feste Öffnungszeit, ein Ritual. Läuft von selbst, weil es sowieso passiert.
- Die Menschen dahinter – Team, Gründung, Werkstatt. Menschen folgen Menschen, nicht Logos.
- Das Neue – neue Ware, neue Karte, neue Leistung. Entsteht automatisch, sobald sich etwas ändert.
- Die Frage aus dem Alltag – was Kunden ohnehin fragen, als Beitrag statt nur als Antwort am Tresen.
- Der Blick hinter die Kulissen – Handwerk, Vorbereitung, Feierabend. Zeigt, was sonst niemand sieht.
Drei bis fünf Rubriken sind genug. Mehr bedeuten nicht mehr Abwechslung, sondern mehr Entscheidungen – und Entscheidungen sind es, die am Ende das Posten verhindern.
Warum Redaktionspläne trotzdem einschlafen
Rubriken allein reichen nicht, wenn der Plan drumherum zu schwer ist. Die meisten Redaktionspläne gehen an zu viel Struktur zugrunde: zwanzig Spalten, Kampagnen-Phasen, Felder für Kennzahlen – gebaut für ein Marketingteam, benutzt von einer Person nebenbei. Nach der dritten Woche wird die Tabelle nicht mehr geöffnet.
Ein Plan, der funktioniert, beantwortet nur vier Fragen: Welche Rubrik, wann, wo – und mit welchen drei Stichpunkten. Alles Weitere ist Ballast.
Die Testfrage
Würden Sie den Plan an einem stressigen Dienstagmorgen in unter einer Minute lesen und wissen, was heute dran ist? Wenn nicht, ist er zu kompliziert.
Die vier Spalten
- Rubrik – eine der fünf Kategorien von oben. Steht die Rubrik fest, schreibt sich der Rest fast von selbst.
- Wann – Wochentag reicht, eine feste Uhrzeit auf die Minute bringt selten mehr Reichweite.
- Plattform – wo es erscheint. Nicht überall dasselbe posten, sondern je Plattform passend zuschneiden.
- Stichpunkte – drei, vier Worte, aus denen der Text entsteht. Kein fertiger Text im Plan, das verzögert nur.
Ein Monat im Voraus reicht
Mehr als vier Wochen im Voraus zu planen bringt selten etwas – zu viel ändert sich am Betrieb ohnehin ständig. Besser: einen Monat fest geplant, der nächste folgt, wenn der aktuelle zur Hälfte durch ist.
Häufige Fragen
Wird das nicht langweilig, wenn ich immer dieselben Rubriken poste?
Die Rubrik bleibt gleich, der Inhalt nicht. „Montagsspecial“ ist jede Woche ein anderes Gericht – die Wiederholung liegt in der Struktur, nicht im Inhalt. Das erkennen auch Follower eher als Verlässlichkeit denn als Langeweile.
In welchem Programm sollte der Plan stehen?
Egal, solange es griffbereit ist – eine einfache Tabelle, eine Notiz-App, sogar Papier. Der beste Plan ist der, der tatsächlich geöffnet wird, nicht der mit den meisten Funktionen.
Was, wenn spontan etwas Aktuelles dazukommt?
Der Plan ist ein Grundgerüst, kein Gesetz. Ein aktueller Anlass darf einen geplanten Beitrag jederzeit verschieben – wichtig ist nur, dass danach wieder zum Rhythmus zurückgefunden wird.
Wer sollte den Plan pflegen?
Am besten eine feste Person, auch wenn mehrere posten. Sonst verwässern Rubriken und Ton mit der Zeit, weil jeder etwas anders interpretiert.
Passt dazu
Wie ein ganzer Monat mit diesem Aufbau aussieht, zeigt der Beispielplan eines erfundenen Cafés. Wie aus den Stichpunkten ein fertiger Text wird, steht unter Wie KI beim Posten wirklich hilft.
Dieser Plan ist für Betriebe gedacht, in denen eine Person postet. Sobald mehrere Leute schreiben und jemand freigeben muss, gelten andere Regeln: Redaktionspläne, die im Team überleben.
Plan statt leerem Blatt
Ich finde die passenden Rubriken für Ihren Betrieb und baue Ihnen genau diesen schlanken Redaktionsplan daraus – zugeschnitten auf Ihre Plattformen.