Terminbuchung, Shop, Lieferung – brauchen Sie das?
Jede dieser Funktionen kostet monatlich und muss bedient werden. Drei Fragen klären, ob sie sich bei Ihnen rechnet.
Die drei Fragen
Wie viel Zeit kostet es heute? Wer täglich vierzig Anrufe für Termine annimmt, spart mit einem Kalender echte Arbeitszeit. Wer sechs annimmt, nicht.
Wollen Ihre Kunden das? Beim Friseur und beim Physiotherapeuten oft ja. Beim Dachdecker fast nie – dort will man vorher reden.
Wer pflegt es? Ein Kalender, der nicht stimmt, ist schlimmer als keiner. Dasselbe gilt für einen Shop mit falschen Beständen.
Terminbuchung
Es gibt zwei Wege. Der einfache: ein Link zu einem Buchungsdienst, den Sie ohnehin nutzen – ein Knopf auf der Seite, fertig. Der aufwendige: ein Fenster mitten auf Ihrer Seite, in dem der Kalender läuft.
Ich verlinke lieber. Eingebettete Kalender laden fremde Skripte nach, machen die Seite langsamer und lösen meist eine Einwilligungspflicht aus – Sie hätten also wieder ein Cookie-Banner. Für den Kunden ist der Unterschied ein einziger Klick.
Für Praxen gibt es eigene Systeme, die mit der Praxissoftware sprechen. Das ist ein anderes Projekt, und dafür sind Anbieter zuständig, die sich damit auskennen.
Rechnen Sie nach
Ein Buchungsdienst kostet je nach Anbieter zwischen zehn und fünfzig Euro im Monat.
Über fünf Jahre sind das 600 bis 3.000 Euro.
Lohnt sich das, wenn Sie damit täglich zwanzig Minuten Telefonzeit sparen? Meistens ja. Bei zwanzig Minuten pro Woche eher nicht.
Onlineshop
Ein Shop ist kein Anbau an die Website, sondern ein zweiter Betrieb. Dazu gehören Zahlungsabwicklung, Versand, Rücksendungen, Widerrufsbelehrung, Preisangabenverordnung, Verpackungsregister und die Frage, wer die Pakete packt.
Wenn Sie zehn Produkte verkaufen wollen, ist ein Shop selten der richtige Weg. Eine Seite mit den Produkten und der Möglichkeit, per Formular oder Telefon zu bestellen, bringt fast dasselbe ohne den ganzen Apparat.
Und Vorsicht: Mit einem Shop für Verbraucher fallen Sie unter die Barrierefreiheitsanforderungen, sofern Sie nicht als Kleinstunternehmen ausgenommen sind – nachzulesen unter Barrierefreiheit.
Wann sich ein Shop lohnt
Wenn Sie regelmäßig versenden und das Verpacken zum Alltag gehört.
Wenn die Ware lagernd ist und sich nicht täglich ändert.
Wenn jemand zuständig ist, der Bestellungen auch am Wochenende sieht.
Wenn der Deckungsbeitrag die laufenden Kosten und Ihre Zeit trägt.
Lieferung und Bestellung in der Gastronomie
- Plattformen nehmen Provision, je nach Anbieter ein erheblicher Anteil des Bestellwerts – dafür bringen sie Reichweite
- Eigene Bestellsysteme kosten monatlich statt prozentual und lohnen sich ab einer gewissen Menge an Stammkunden
- Der einfachste Weg bleibt das Telefon – mit einer Karte auf der Seite, die man beim Anrufen offen hat
- Was Sie in jedem Fall brauchen: eine lesbare Karte auf der eigenen Seite, nicht nur bei der Plattform
Wenn Sie bei einer Plattform sind, verlinke ich sie sichtbar. Was ich nicht mache, ist ein eigenes Bestellsystem mit Zahlung – das ist ein Projekt für sich, und ich sage Ihnen ehrlich, wen Sie dafür fragen.
Häufige Fragen
Kann ich später noch eine Buchung ergänzen?
Jederzeit. Ein Link zu einem Buchungsdienst ist in einer Viertelstunde eingebaut. Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie sich für einen Anbieter entschieden haben – die Auswahl können Sie in Ruhe treffen, ohne dass die Seite darauf wartet.
Was ist mit WhatsApp für Anfragen?
Für viele Betriebe der praktischste Kanal, gerade im Handwerk. Ein WhatsApp-Knopf ist schnell eingebaut. Denken Sie an zwei Dinge: eine geschäftliche Nummer, damit nicht Ihr Privathandy klingelt, und ein Hinweis in der Datenschutzerklärung.
Lohnt sich ein Kontaktformular überhaupt, wenn alle anrufen?
Ja, aus einem Grund: Es erreicht die Leute, die abends um halb elf auf Ihre Seite kommen und nicht anrufen wollen. Das Formular kostet nichts und fängt genau diese Anfragen ein. Wichtig ist nur, dass die Nachrichten tatsächlich ankommen und gelesen werden.
Brauche ich einen Chat auf der Seite?
Für einen kleinen Betrieb praktisch nie. Ein Chat, der nicht besetzt ist, enttäuscht mehr, als er hilft – und die üblichen Dienste laden fremde Skripte nach, was die Seite bremst und ein Einwilligungsbanner nötig macht.
Und ein Newsletter?
Nur, wenn Sie wirklich regelmäßig etwas zu sagen haben – sonst schläft er ein, und Sie haben eine Adressliste, die gepflegt werden muss. Rechtlich brauchen Sie das doppelte Bestätigungsverfahren, einen Abmeldeweg in jeder Mail und einen Verarbeitungsvertrag mit dem Versanddienst.
Passt dazu
Ob sich der laufende Beitrag lohnt, hängt an derselben Frage wie beim Rest: Was eine Website kosten darf. Bei einem Shop kommt die Barrierefreiheit hinzu.
Fragen Sie einfach, bevor Sie buchen.
Sagen Sie mir, was Sie vorhaben – ich rechne mit Ihnen durch, ob sich der Dienst lohnt. Auch dann, wenn die Antwort lautet: brauchen Sie nicht.