ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

WordPress oder einfaches HTML?

Die Frage klingt technisch, ist aber eine Kostenfrage. Es geht darum, wer Ihre Seite in drei Jahren pflegt – und wovon.

Was der Unterschied praktisch bedeutet

Eine WordPress-Seite wird bei jedem Aufruf neu zusammengebaut: Datenbank, Programmcode, Erweiterungen, Vorlage.

Eine HTML-Seite liegt fertig auf dem Server und wird nur noch ausgeliefert. Da ist nichts, was rechnen müsste.

Für den Besucher sieht beides gleich aus. Der Unterschied zeigt sich beim Tempo, bei der Sicherheit und auf der Rechnung.

Was für WordPress spricht

WordPress ist zu Recht verbreitet. Wenn Sie regelmäßig selbst schreiben – einen Blog führen, wöchentlich Angebote einstellen, mehrere Leute im Betrieb mitpflegen lassen –, ist es das richtige Werkzeug. Es gibt für fast alles eine Erweiterung, und Sie finden überall jemanden, der damit arbeiten kann.

Auch bei einem Onlineshop, einem Mitgliederbereich oder einem Buchungssystem mit Kalender führt praktisch kein Weg daran vorbei, jedenfalls nicht in dieser Preisklasse.

WordPress lohnt sich, wenn …

Sie selbst veröffentlichen, mehrmals im Monat und ohne mich zu fragen.

Mehrere Personen Inhalte pflegen, mit unterschiedlichen Rechten.

Sie verkaufen oder vermieten, mit Warenkorb, Konto und Zahlung.

Was gegen WordPress spricht – bei fünf Seiten

  • Aktualisierungen. Kern, Vorlage und jede Erweiterung wollen regelmäßig erneuert werden. Bleibt das liegen, wird die Seite zum offenen Fenster
  • Angriffsfläche. Fast alle gekaperten Kleinunternehmensseiten, die ich gesehen habe, liefen über eine veraltete Erweiterung
  • Wartungspauschale. Genau deshalb verkaufen Agenturen sie – meist zwischen 30 und 100 Euro im Monat, dauerhaft
  • Tempo. Jede Erweiterung bringt eigene Skripte mit. Nach drei Jahren lädt die Seite dreimal so lange wie am Anfang
  • Cookie-Banner. Viele Erweiterungen laden von sich aus bei fremden Servern nach und machen damit eine Einwilligung nötig
  • Abhängigkeit. Wer das System nicht kennt, kommt an die Inhalte nur schwer heran – auch beim Anbieterwechsel

Die ehrliche Rechnung über fünf Jahre

Nehmen wir eine Seite mit fünf Unterseiten, wie sie ein Lokal oder ein Handwerksbetrieb braucht. Bei WordPress kommen zum Bau die laufenden Kosten: Hosting mit etwas mehr Leistung, Wartung, oft eine Lizenz für Vorlage oder Erweiterung, in vielen Fällen noch ein Dienst fürs Cookie-Banner.

Bei einer HTML-Seite fallen diese Posten weg. Was bleibt, sind Adresse und Speicherplatz – und Änderungen, wenn Sie welche brauchen, nach Aufwand.

Deshalb baue ich für kleine Betriebe statisch. Nicht aus technischer Rechthaberei, sondern weil es nach dem dritten Jahr den Unterschied zwischen „läuft einfach" und „müsste man mal machen lassen" ausmacht.

Und wenn ich später doch mehr brauche?

Dann wird umgestellt. Der Inhalt ist der Aufwand, nicht das System – und der ist bei einer sauber strukturierten Seite schnell übernommen.

Ihre Adresse bleibt, alte Links werden weitergeleitet.

Umgekehrt geht es auch: Ich habe meine eigene Seite von WordPress auf statisches HTML umgestellt – das hier ist das Ergebnis.

Häufige Fragen

Ist eine HTML-Seite nicht altmodisch?

Nein, eher umgekehrt. Große Anbieter bauen seit Jahren wieder statisch, weil es schneller und sicherer ist. Was Sie sehen – Aussehen, Handy-Tauglichkeit, Formular, Bildergalerie –, ist identisch. Der Unterschied liegt darin, was im Hintergrund passiert, nämlich nichts.

Kann ich bei einer HTML-Seite selbst etwas ändern?

Nicht über einen Redaktionsbereich wie bei WordPress. Kleinigkeiten schicken Sie mir, das ist meist in einer halben Stunde erledigt. Für Inhalte, die sich oft ändern – Mittagstisch, Öffnungszeiten, aktuelle Hinweise –, richte ich einen Weg ein, der ohne Technikkenntnisse funktioniert. Sagen Sie es vorher, dann plane ich es ein.

Was ist mit Suchmaschinen – bevorzugt Google WordPress?

Nein. Google interessiert sich für Inhalt, Struktur und Ladezeit, nicht für das System dahinter. Bei der Ladezeit hat die statische Seite sogar einen Vorteil, und die üblichen Optimierungen für Suchmaschinen sind ohnehin Handarbeit, egal womit gebaut wird.

Meine Seite läuft auf WordPress. Soll ich wechseln?

Wenn Sie regelmäßig selbst veröffentlichen: bleiben. Wenn Sie seit zwei Jahren nichts geändert haben, aber monatlich Wartung zahlen: wechseln. Der Umzug ist überschaubar, die alte Seite lasse ich vorher als Sicherung erhalten, und die Adressen bleiben erhalten – wie das geht, steht im Beitrag Website umziehen ohne Sichtbarkeitsverlust.

Und Typo3, Joomla oder Wix?

Typo3 und Joomla sind für kleine Betriebe fast immer überdimensioniert und bringen dieselbe Wartungsfrage mit. Baukästen wie Wix oder Jimdo sind eine eigene Abwägung – dazu gibt es einen eigenen Beitrag: Lohnt sich ein Homepage-Baukasten?

Unsicher, was bei Ihnen passt?

Schreiben Sie mir kurz, was Ihre Seite können muss. Ich sage Ihnen ehrlich, ob das statisch geht oder ob Sie ein System brauchen – auch wenn die Antwort lautet, dass Sie bei mir falsch sind.

Frage stellen   Wie das abläuft