ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Lohnt sich ein Homepage-Baukasten?

Wix, Jimdo, Ionos, Strato: Die Werbung verspricht eine Seite an einem Nachmittag. Manchmal stimmt das sogar. Die Frage ist, was danach passiert.

Wofür ein Baukasten wirklich taugt

Sie brauchen kurzfristig irgendeine Präsenz, weil Sie gerade eröffnen und noch gar nichts haben.

Sie probieren eine Geschäftsidee aus und wissen nicht, ob es sie in einem Jahr noch gibt.

Sie basteln gern selbst, haben Abende übrig und wollen jederzeit alles umstellen können.

Die Rechnung, die selten aufgemacht wird

Der Monatspreis ist selten das Problem – er ist niedrig und bleibt es. Das Problem ist, was er verdeckt.

Ihre Zeit. Rechnen Sie ehrlich: Wie viele Abende gehen drauf, bis die Seite steht? Fünf sind wenig. Zu Ihrem eigenen Stundensatz gerechnet ist die „günstige" Lösung dann meist die teuerste im Vergleich.

Der Zustand nach zwei Jahren. Die meisten Baukastenseiten, die ich sehe, sind halbfertig: ein Bereich mit Blindtext, Öffnungszeiten von vorletzten Weihnachten, eine leere Galerie. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil danach niemand mehr Zeit hatte.

Der Ausstieg. Kündigen Sie den Vertrag, ist die Seite weg. Sie können die Inhalte in der Regel nicht so mitnehmen, dass ein anderer sie weiterverwenden könnte – anders als bei einer Seite, die Ihnen als Dateien gehört.

Wo es teuer wird

Die eigene Adresse ist oft nur im höheren Tarif enthalten.

Funktionen kosten extra: Terminbuchung, Formulare mit mehr Feldern, Statistik, Werbefreiheit.

Der Preis gilt im ersten Jahr, danach oft das Doppelte.

Nach fünf Jahren liegen Sie fast immer über dem, was eine fertige Seite einmalig gekostet hätte.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie es trotzdem machen

  • Eigene Adresse sichern, und zwar auf Ihren Namen – nicht als Unteradresse des Anbieters
  • Öffnungszeiten und Telefonnummer müssen auf der Startseite stehen, ohne Scrollen und ohne Klick
  • Auf dem Handy prüfen, bevor Sie zufrieden sind – die meisten Besucher kommen so
  • Impressum und Datenschutzerklärung ausfüllen, nicht nur die Vorlage stehen lassen
  • Google-Unternehmensprofil anlegen und mit der Seite abgleichen – das bringt mehr als die Seite selbst
  • Alles, was Sie schreiben, irgendwo außerhalb sichern, damit Sie es später mitnehmen können
  • Die Werbeleiste des Anbieters abschalten, sonst wirbt Ihre Seite für ihn

Warum ich es trotzdem anders mache

Ich baue die Seite fertig und übergebe sie. Danach gehört sie Ihnen – als Dateien, auf Ihrem Webspace, unter Ihrer Adresse. Es gibt keinen Vertrag, der weiterläuft, und niemanden, dem Sie kündigen müssten.

Das ist nicht in jedem Fall der bessere Weg. Wenn Sie wirklich gern selbst basteln, werden Sie mit einem Baukasten glücklicher. Wenn Sie vor allem wollen, dass die Sache erledigt ist und in drei Jahren noch stimmt, ist die fertige Seite günstiger – auch wenn sie zuerst mehr kostet.

Der ehrliche Vergleich

Baukasten: niedriger Einstieg, laufende Kosten, Ihre Zeit, kein Eigentum.

Fertige Seite: 550 Euro einmalig, danach nur Adresse und Speicherplatz, Dateien gehören Ihnen.

Agentur: derselbe Umfang, meist ab 4.000 Euro plus Betreuung.

Häufige Fragen

Was kostet ein Homepage-Baukasten wirklich?

Die Einstiegstarife liegen meist im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat, oft im ersten Jahr rabattiert. Mit eigener Adresse, Werbefreiheit und den Funktionen, die ein Betrieb tatsächlich braucht, landen Sie in der Regel höher. Rechnen Sie einmal auf fünf Jahre hoch und legen Sie Ihre eigenen Arbeitsstunden dazu – dann sehen Sie den echten Preis.

Kann ich meine Baukastenseite später umziehen?

Die Adresse ja, sofern sie auf Ihren Namen läuft. Die Seite selbst in der Regel nicht – die Inhalte stecken im System des Anbieters. Praktisch heißt das: Texte und Bilder lassen sich herüberholen, das Layout nicht. Beim Umzug baue ich die Seite neu und übernehme, was sich lohnt.

Sind Baukastenseiten schlechter bei Google?

Nicht grundsätzlich. Die üblichen Schwächen sind hausgemacht: dünne Texte, fehlende Öffnungszeiten, Bilder ohne Beschreibung, träge Vorlagen. Wer sorgfältig arbeitet, kann auch mit einem Baukasten gefunden werden. Der größere Hebel liegt für lokale Betriebe ohnehin beim Google-Unternehmensprofil.

Was ist mit der KI, die mir in einer Minute eine Seite baut?

Die baut eine Hülle. Was dabei herauskommt, sieht auf den ersten Blick ordentlich aus und enthält allgemeine Sätze, die auf jeden Betrieb passen – und deshalb bei Ihrem nichts aussagen. Ich arbeite beim Entwerfen selbst mit KI, aber die Texte, die Struktur und die Entscheidung, was weggelassen wird, sind Handarbeit. Genau daran erkennt man den Unterschied.

Ich habe schon eine Baukastenseite. Wann lohnt der Wechsel?

Wenn sie seit über einem Jahr halbfertig steht, wenn Sie sich jedes Mal ärgern, bevor Sie etwas ändern, oder wenn der Tarif inzwischen mehr kostet als Ihnen lieb ist. Wenn die Seite gepflegt ist und Sie gern daran arbeiten: lassen Sie sie.

Vergleichen Sie es am fertigen Entwurf.

Ich baue Ihnen drei Entwürfe für Ihren Betrieb. Danach wissen Sie, was Sie für 550 Euro bekommen – und können es mit Ihren Abenden verrechnen.

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