ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Website umziehen, ohne bei Google zu verschwinden.

Ein Umzug ist kein Risiko, wenn drei Dinge stimmen: Die Adresse bleibt, die alten Links führen irgendwohin, und nichts wird vorschnell gelöscht.

Was beim Umzug tatsächlich schiefgeht

Die alten Adressen der Unterseiten verschwinden ersatzlos. Jeder Treffer bei Google landet auf einer Fehlerseite.

Die Domain lief beim alten Dienstleister. Der ist im Urlaub, und niemand kommt an die Einstellungen.

Die alte Seite wird abgeschaltet, bevor die neue steht – zwei Wochen lang gibt es den Betrieb im Netz dann praktisch nicht.

Die Reihenfolge, die funktioniert

1

Bestand aufnehmen

Alle bestehenden Adressen auflisten, samt der Frage, welche davon überhaupt Besucher haben. Dafür genügen die Suchergebnisse zu Ihrer Domain und, falls vorhanden, die Google Search Console.

2

Neue Seite fertig bauen

Parallel, unter einer Testadresse. Die alte Seite bleibt online und unberührt, bis die neue wirklich steht – inklusive Impressum, Datenschutz und Formular.

3

Umschalten und weiterleiten

Die Domain zeigt auf die neue Seite, und jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf ihr neues Gegenstück. Erst danach wird die alte Installation abgebaut.

Was Sie vorher sichern sollten

  • Zugang zur Domain. Prüfen Sie, auf wessen Namen sie läuft – das ist der einzige Punkt, an dem ein Umzug wirklich hängen bleiben kann
  • Alle E-Mail-Postfächer, die an der Domain hängen. Sie ziehen oft mit um und dürfen dabei nicht ausfallen
  • Eine vollständige Sicherung der alten Seite, Dateien und Datenbank, bevor irgendetwas angefasst wird
  • Die Liste der alten Adressen, weil sie sich nachträglich nur mühsam rekonstruieren lässt
  • Texte und Bilder, auch die, die Sie nicht übernehmen wollen – entschieden wird später
  • Zugänge zu Google-Profil, Search Console und Bewertungsportalen, damit dort die neue Adresse eingetragen werden kann

Weiterleitungen: der Punkt, an dem Sichtbarkeit verloren geht

Jede alte Adresse braucht eine dauerhafte Weiterleitung – im Fachjargon eine 301 – auf die Seite, die inhaltlich an ihre Stelle tritt. Damit übernimmt die neue Adresse, was die alte sich bei Google erarbeitet hat. Ohne Weiterleitung fängt jede Seite bei Null an.

Wichtig ist, dass die Weiterleitung inhaltlich passt. Alles pauschal auf die Startseite umzubiegen, ist bequem, wird von Google aber wie eine Fehlerseite behandelt. Wenn es kein Gegenstück gibt, ist eine ehrliche Fehlerseite besser.

Bei meinem eigenen Umzug von WordPress auf statisches HTML waren es einunddreißig Weiterleitungen, eine pro alter Adresse. Das ist eine Stunde Arbeit und der Unterschied zwischen einem unauffälligen Umzug und drei Monaten Durststrecke.

Nach dem Umschalten

Neue Adressliste einreichen – die Sitemap in der Search Console bekannt machen.

Zwei Wochen beobachten: Fehlerseiten, Suchbegriffe, Zugriffe.

Vier bis sechs Wochen warten, bevor die alte Installation gelöscht wird.

Profil und Verzeichnisse auf die neue Adresse umstellen.

Häufige Fragen

Verliere ich beim Umzug meine Position bei Google?

Wenn die Domain gleich bleibt und alle alten Adressen dauerhaft weitergeleitet werden: nein. Üblich sind kleine Schwankungen über ein bis zwei Wochen, danach pendelt es sich ein. Verluste entstehen fast immer dort, wo Weiterleitungen fehlen oder wo beim Umzug Inhalte ersatzlos gestrichen wurden.

Kann ich meine Domain zu einem anderen Anbieter mitnehmen?

Ja. Sie fordern beim neuen Anbieter den Umzug an und bekommen vom alten einen Freigabecode, den sogenannten Auth-Code. Der Wechsel dauert meist wenige Tage, die Seite bleibt dabei erreichbar. Voraussetzung ist, dass die Domain auf Sie läuft und nicht auf Ihren bisherigen Dienstleister.

Was, wenn mein alter Dienstleister nicht mitspielt?

Ist die Domain auf Ihren Namen registriert, können Sie den Wechsel auch ohne ihn anstoßen; die Vergabestelle hat dafür ein Verfahren. Läuft sie auf ihn, wird es unangenehm – dann bleibt im Zweifel nur eine neue Adresse. Deshalb ist die Eigentumsfrage die erste, die ich bei einem Umzug kläre.

Wie lange sollte die alte Seite noch erreichbar bleiben?

Die Weiterleitungen sollten dauerhaft bestehen bleiben, mindestens ein Jahr. Die alte Installation selbst würde ich vier bis sechs Wochen als Sicherung behalten und erst dann löschen – bis dahin ist sicher, dass nichts vergessen wurde.

Muss ich meine E-Mail-Adressen auch umziehen?

Nur wenn Sie den Anbieter wechseln. Bleibt die Domain beim selben Anbieter und wechselt nur die Seite, bleiben die Postfächer unberührt. Beim Anbieterwechsel werden sie vorher neu angelegt und die Nachrichten übertragen – das ist der Teil, den man am besten an einem ruhigen Tag macht.

Was kostet ein Umzug bei Ihnen?

Der Umzug steckt im Festpreis von 550 Euro, wenn ich die neue Seite baue – Weiterleitungen, Einrichtung und Umschalten inklusive. Soll ich nur eine bestehende Seite umziehen, ohne sie neu zu bauen, rechne ich nach Aufwand ab und sage vorher, was es wird.

Ich habe das gerade selbst gemacht.

Diese Seite hier lief bis vor Kurzem auf WordPress. Wenn Sie vor demselben Schritt stehen, sage ich Ihnen gern, worauf es in Ihrem Fall ankommt.

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