ms. – Marcel Schuler
Ratgeber für lokale Betriebe

Website selbst machen oder machen lassen?

Die Frage lässt sich in zehn Minuten beantworten – wenn man sie ehrlich stellt. Hier sind die vier Punkte, an denen es sich entscheidet.

Die vier Fragen

Zeit. Haben Sie in den nächsten vier Wochen fünf freie Abende – und wollen Sie sie dafür ausgeben?

Freude. Basteln Sie gern an so etwas, oder ist es reine Pflicht? Pflichtprojekte bleiben liegen.

Text. Fällt es Ihnen leicht, über Ihren Betrieb zu schreiben, ohne ins Werbedeutsch zu rutschen?

Und die vierte: Was passiert, wenn es in zwei Jahren niemanden mehr gibt, der weiß, wie das Ding funktioniert?

Was Sie selbst besser können als jeder Dienstleister

Unabhängig davon, wer die Seite baut: Zwei Dinge sollten Sie selbst in die Hand nehmen, weil sie niemand besser kann.

Das eine sind Fotos. Ihr Laden, Ihre Werkstatt, Ihre Leute, Ihre Arbeit – das kann kein Fremder nachliefern, und gekaufte Bilder wirken sofort austauschbar. Ein Handy bei Tageslicht genügt.

Das andere ist Ihr Google-Unternehmensprofil. Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Antworten auf Bewertungen: Das ist für einen lokalen Betrieb der größte Hebel, es kostet nichts und Sie brauchen dafür niemanden.

Beides zusammen wirkt oft stärker als eine neue Website – und beides bleibt nützlich, egal wie Sie sich entscheiden.

Was Sie besser abgeben

Die Struktur. Was auf welche Seite gehört und in welcher Reihenfolge – daran scheitern die meisten Selbstbauten.

Die Technik. Ladezeiten, Handy-Darstellung, Weiterleitungen, Angaben für Suchmaschinen.

Das Rechtliche. Impressum, Datenschutzerklärung, und ob ein Cookie-Banner nötig ist.

Das Weglassen. Der schwerste Teil, wenn es die eigene Firma ist.

Woran Selbstbauten meistens scheitern

  • Sie werden nicht fertig. Die Startseite steht, der Rest bleibt Blindtext – und so geht sie online
  • Alles ist gleich wichtig. Ohne Hierarchie findet niemand die Telefonnummer
  • Die Texte klingen wie aus dem Prospekt. „Wir bieten Ihnen ein breites Leistungsspektrum" sagt genau nichts
  • Öffnungszeiten stehen nur bei Google, oder nur auf der Seite, und beide widersprechen sich
  • Auf dem Handy bricht das Layout, weil am Rechner gebaut und nie anders geprüft wurde
  • Die Pflege hört auf, sobald der erste Stress kommt – und das sieht man der Seite Jahre später an

Der dritte Weg

Zwischen „alles selbst" und „Agentur mit Konzeptphase" liegt das, was ich mache: Ich baue die Seite fertig und zeige sie, bevor Sie sich entscheiden müssen. Sie liefern das, was nur Sie haben – Fotos, Karte, Preise, Ihre Art, Dinge zu sagen. Ich mache daraus eine Seite, die steht.

Der Zeitaufwand auf Ihrer Seite liegt bei ein bis zwei Stunden, verteilt über zwei Wochen. Kein Termin, keine Abstimmungsrunde, keine Software, die Sie lernen müssen.

Ihr Anteil

Zwanzig Minuten für die ersten Angaben: Name, Adresse, was Sie machen.

Eine halbe Stunde Fotos, wenn keine da sind.

Eine halbe Stunde Durchsehen der Entwürfe.

Den Rest mache ich.

Häufige Fragen

Wie lange brauche ich, wenn ich es selbst mache?

Für eine ordentliche Seite mit fünf Unterseiten sollten Sie mit 15 bis 25 Stunden rechnen – Einarbeitung, Aufbau, Texte, Bilder zuschneiden, Rechtliches, Korrekturen. Die reine Klickarbeit im Baukasten ist der kleinere Teil. Die meiste Zeit geht für Texte drauf.

Kann ich anfangen und später abgeben?

Ja, und das ist oft der vernünftigste Weg. Sammeln Sie Fotos, schreiben Sie auf, was auf die Seite soll, bringen Sie Ihr Google-Profil in Ordnung. Wenn Sie dann merken, dass es liegen bleibt, ist die Vorarbeit nicht verloren – im Gegenteil, sie macht das Bauen schneller.

Was, wenn ich mit KI selbst eine Seite bauen lasse?

Sie bekommen damit schnell etwas, das aussieht wie eine Website. Was fehlt, ist alles, was nur Sie wissen: Ihre Preise, Ihr Einzugsgebiet, Ihre Grenzen, Ihr Ton. Und was eine KI ungefragt nicht macht: weglassen. Wenn Sie es versuchen, prüfen Sie die Texte Satz für Satz auf Behauptungen, die Sie so nie aufstellen würden – erfundene Auszeichnungen und Jahreszahlen kommen häufig vor.

Brauche ich überhaupt eine Website, wenn ich bei Google stehe?

Für die reine Auffindbarkeit ist das Profil wichtiger. Die Website ist der Ort, an dem Sie bestimmen, was steht, und an dem Platz für alles ist, was ins Profil nicht passt: Preise, Ablauf, Team, Stellenangebote, Geschichte. Und sie gehört Ihnen – Profile gehören der Plattform.

Sehen Sie es sich erst einmal an.

Ich baue drei Entwürfe für Ihren Betrieb. Danach entscheiden Sie – auch gegen mich, das ist in Ordnung. Bis dahin kostet es nichts.

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