Eine Website ohne Cookie-Banner.
Das Banner ist kein Gesetz, sondern eine Folge. Wer nichts auf fremden Geräten ablegt, muss auch nicht danach fragen.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Der erste Eindruck Ihrer Seite ist ein graues Feld mit zwei Knöpfen – noch bevor jemand die Speisekarte gesehen hat.
Niemand liest es. Alle klicken irgendetwas weg, und ein Teil springt vorher ab.
Das Banner selbst ist ein Dienst, der monatlich kostet, gepflegt werden muss und falsch eingestellt zum Risiko wird.
Warum es das Banner überhaupt gibt
Maßgeblich ist § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes, kurz TDDDG. Er sagt sinngemäß: Wer auf dem Gerät eines Besuchers etwas speichert oder von dort etwas ausliest, braucht dessen Einwilligung. Ausgenommen ist nur, was für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist – der Warenkorb eines Shops etwa, oder die Anmeldung in einem Kundenbereich.
Entscheidend ist also nicht, ob Sie Daten auswerten, sondern ob überhaupt etwas auf dem fremden Gerät abgelegt oder von dort geholt wird. Das gilt für Cookies genauso wie für Local Storage oder ähnliche Techniken. Und es gilt unabhängig davon, ob dabei personenbezogene Daten anfallen.
Die zweite Ebene ist die Datenschutz-Grundverordnung. Sie regelt, was mit den Daten danach geschieht. Beide Ebenen greifen ineinander – aber die Frage nach dem Banner entscheidet sich auf der ersten.
Die einfache Umkehrung
Nichts abgelegt. Kein Cookie, kein Local Storage, kein Wiedererkennungsmerkmal auf dem Gerät des Besuchers.
Nichts nachgeladen. Keine Schrift, kein Skript, keine Karte von einem fremden Server, der dabei die IP-Adresse mitbekommt.
Keine Frage nötig. Wo es nichts einzuwilligen gibt, fällt der Anlass für das Banner weg.
Was das Banner Sie kostet
- Besucher. Der erste Kontakt mit Ihrem Betrieb ist eine Rückfrage, die niemand gestellt hat – besonders unterwegs, wo das Feld den halben Bildschirm einnimmt
- Geld. Verwaltete Banner-Dienste kosten je nach Anbieter laufend, und zwar unabhängig davon, ob Sie die Daten je auswerten
- Pflege. Jeder neue Dienst auf der Seite muss im Banner nachgetragen werden, sonst stimmt die Aussage nicht mehr
- Haftung. Ein falsch eingestelltes Banner – vorangekreuzte Kästchen, kein gleichwertiges „Ablehnen", Skripte, die vor der Einwilligung starten – ist schlechter als keines, weil es die Verstöße dokumentiert
- Tempo. Das Banner ist selbst ein Skript, das vor allem anderen geladen wird und die Seite ausbremst
Wie ich die Seiten stattdessen baue
Alles liegt auf Ihrem Server
Schriften, Bilder, Stil und die wenigen Zeilen Programmcode werden mit ausgeliefert. Kein Aufruf geht an Google, an ein Content-Netzwerk oder an irgendeinen anderen fremden Rechner.
Einbettungen werden ersetzt
Statt einer eingebetteten Karte ein Bild des Kartenausschnitts mit einem Link zur Route. Statt eines eingebetteten Videos ein Vorschaubild mit Link. Sieht aus wie vorher, holt aber nichts im Hintergrund nach.
Das Formular kommt ohne Fremddienst aus
Kein Bilderrätsel zur Spam-Abwehr, sondern ein unsichtbares Feld, das nur Maschinen ausfüllen. Die Nachricht geht direkt an Ihr Postfach, nicht über einen Dienstleister.
Was trotzdem Pflicht bleibt
Ohne Banner heißt nicht ohne Datenschutz. Ein Impressum und eine Datenschutzerklärung braucht jede gewerbliche Seite, auch die schlankeste. Der Unterschied ist, dass die Erklärung dann auf eine Seite passt und stimmt, statt vierzehn Dienste aufzuzählen, die niemand mehr überblickt.
Auch ohne Cookies fallen beim Aufruf technische Daten an: Der Server Ihres Anbieters schreibt Zugriffe mit, dazu gehört die IP-Adresse. Das lässt sich nicht abschalten, gehört aber in die Datenschutzerklärung – samt der Angabe, wie lange diese Protokolle aufbewahrt werden.
Und die Besucherzahlen?
Ohne Einwilligung geht es, wenn die Auswertung auf dem Server stattfindet und nichts auf dem Gerät des Besuchers abgelegt wird.
Mit Einwilligung müssten Sie arbeiten, sobald ein Dienst wie Google Analytics ins Spiel kommt – dann ist das Banner wieder fällig.
Für die meisten Betriebe reicht ohnehin, was das Unternehmensprofil bei Google und die Anrufe zeigen.
Häufige Fragen
Ist eine Seite ohne Cookie-Banner überhaupt erlaubt?
Ja. Das Banner ist keine Pflicht an sich, sondern die Folge einer Einwilligungspflicht. Die entsteht erst, wenn etwas auf dem Gerät des Besuchers gespeichert oder von dort ausgelesen wird, das für den Betrieb der Seite nicht unbedingt nötig ist. Passiert das nicht, gibt es nichts, wozu jemand einwilligen müsste.
Was zählt als technisch notwendig?
Alles, ohne das der vom Besucher gewünschte Dienst nicht funktioniert: der Warenkorb im Shop, die Anmeldung in einem geschützten Bereich, die Merkung der Spracheinstellung während des Besuchs. Ein Zähler, der jeden Aufruf markiert, zählt nicht dazu – auch dann nicht, wenn er anonym arbeitet.
Gilt das auch für Schriften von Google?
Hier greift die zweite Ebene, die Datenschutz-Grundverordnung: Wird eine Schrift beim Aufruf von einem fremden Server geholt, geht die IP-Adresse Ihres Besuchers dorthin mit. Deutsche Gerichte haben das mehrfach beanstandet. Die Lösung ist einfach: Die Schrift liegt bei den übrigen Dateien Ihrer Seite und wird von dort geladen. Für den Besucher ändert sich nichts, außer dass es schneller geht.
Und Google Maps auf der Kontaktseite?
Die eingebettete Karte lädt Inhalte von Google und ist der häufigste Grund, warum eine ansonsten saubere Seite doch ein Banner braucht. Ich setze stattdessen ein Bild des Kartenausschnitts mit einem Link, der die Route in der Karten-App des Besuchers öffnet. Das ist unterwegs sogar bequemer als eine Karte, die man erst antippen muss.
Verliere ich dadurch nicht wichtige Auswertungen?
Bei einem lokalen Betrieb ist der Nutzen solcher Zahlen überschaubar. Was zählt, sind Anrufe, Reservierungen und Nachrichten – und die sehen Sie ohnehin. Wie oft Sie in der Suche erscheinen, zeigt Ihnen das Unternehmensprofil bei Google kostenlos. Wenn Sie später doch eine Statistik möchten, gibt es Lösungen, die auf dem Server laufen und ohne Einwilligung auskommen.
Meine jetzige Seite hat ein Banner. Kann das weg?
Nur, wenn auch der Anlass verschwindet. In der Praxis sind es fast immer dieselben vier Dinge: Schriften von einem fremden Server, eine eingebettete Karte, ein Videofenster und ein Statistikdienst. Sind die ersetzt, kann das Banner mitsamt dem monatlichen Beitrag dafür verschwinden. Bei einer WordPress-Seite lohnt sich vorher ein Blick auf die Erweiterungen – einige laden von sich aus nach.
Ist das hier eine Rechtsberatung?
Nein. Ich beschreibe, wie ich Seiten baue und worauf es technisch ankommt. Für die verbindliche Beurteilung Ihres Einzelfalls ist eine Anwältin oder ein Anwalt für IT-Recht zuständig – die Arbeit wird dort allerdings deutlich kürzer, wenn die Seite von vornherein nichts nachlädt.
Diese Seite hier hat auch keins.
Kein Cookie, kein Tracker, keine fremden Server – Sie haben es beim Aufrufen gemerkt, weil nichts im Weg stand. Genau so baue ich die Seiten für Betriebe.