01Die Anlage
Aufbauen·Anschließen·Auflegen
Was an diesem Abend in Ihren Raum kommt.
Eine Bandmaschine, zwei Verstärker, zwei Lautsprecherpaare – nichts davon kann mehr als eine Sache. Aufgebaut in Ihrem Raum, rückgebaut nach dem Abend, dazwischen rund 120 Minuten mit nichts anderem als einem Album.
Im Betrieb19 cm/s · Viertelzollband
Mehr aus der Anlage
02Die drei Teile
Drei Geräte, und keines davon ist Zierde.
Eine Kette ist so gut wie ihr schwächstes Glied. Deshalb gibt es hier keine Geräte, die nur gut aussehen – jedes hat eine Aufgabe, die man hören kann.
Die Quelle
Bandmaschine
Eine AKAI GX-630D von 1976. Drei Motoren, drei Köpfe, Spulen bis 26,5 Zentimeter Durchmesser, knapp zwanzig Kilo. Neu kostete sie damals rund 1.500 Mark.
Sie ist der Grund, warum der Abend so heißt, wie er heißt: Ein Band läuft von Anfang bis Ende durch. Es gibt keine Titelauswahl, keine Fernbedienung und keine Möglichkeit, etwas zu überspringen.
Die Mitte
Zwei Verstärker
Ein Marantz 2235B von 1976 und ein Kenwood KA-5700 von 1978, beide Vollverstärker mit gebürsteter Aluminiumfront, schweren Drehreglern und Kippschaltern mit Rastpunkt. Jeder treibt ein eigenes Lautsprecherpaar, so lässt sich jedes Paar für den Raum getrennt einstellen. Der Marantz hat dafür sogar einen eigenen Mittenregler bei 700 Hertz.
Der Raum
Lautsprecher
Zwei Paare von Canton, und sie sind bewusst nicht gleich. Die Quinto 540 von 1981 ist ein geschlossener Dreiwegeler mit einem 31-Zentimeter-Tieftöner – kurz und trocken im Bass. Die Fonum 730 DC von 1996 ist eine Standbox mit Bassreflex und zwei Tieftönern – tiefer und größer im Raum.
Welches Paar mitkommt, entscheidet der Raum. Ein gedämpftes Wohnzimmer verträgt anderes als ein Besprechungsraum mit Glas und Beton.
03Meine Geschichte
Wie ich zu diesem Klang gefunden habe
Bevor es Musik Ungestört gab, war es eine private Suche: nach dem warmen Klang, den ich noch im Ohr hatte, und den mir moderne Anlagen nie ganz zurückgeben konnten.
Gefunden habe ich ihn zum ersten Mal wirklich bei der Canton Quinto 540. Ein geschlossener Dreiweger von 1981, mit einem 31 Zentimeter großen Tieftöner in einem abgedichteten Gehäuse – kein Bassreflexrohr, keine Öffnung, durch die Luft entweicht. Genau das macht den Unterschied: Ein geschlossenes Gehäuse bremst die Membran stärker ab, der Bass kommt kürzer und trockener statt lang nachzuschwingen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, wonach ich eigentlich gesucht hatte.
Canton selbst kommt aus genau dieser Zeit: 1972 gegründet, der Name eine Mischung aus dem lateinischen „cantare“ (singen) und dem deutschen „Ton“. In den Siebzigern und Achtzigern baute sich die Firma mit Regalboxen, dem Receiver Gamma 800R und den ersten Standlautsprechern der Ergo-Reihe einen Namen, bevor 1981 die Quinto-Serie kam. Es war eine Zeit, in der ein Lautsprecher noch ein Möbelstück war: echtes Holzfurnier, sichtbare Bauteile, nichts, was sich hinter Plastik oder einer App versteckte. Braun stand mit Dieter Rams' Geräten wie dem Phonosuper SK4 oder der Regie 510 in der Elektronik für dasselbe Prinzip: „Weniger, aber besser.“ Etwas von diesem Ehrlichen, Reduzierten steckt für mich auch in der Quinto 540.
Was mir dann trotzdem noch fehlte, war die Klarheit. Der Quinto-Klang ist dicht und warm, aber ich wollte mehr Dynamik und mehr Auflösung nach oben – einen Lautsprecher, der auch die leisen, feinen Details nicht schluckt. Gefunden habe ich das in der Canton Fonum 730 DC von 1996: eine Standbox mit Bassreflex-Gehäuse und zwei 22-Zentimeter-Tieftönern. Die Öffnung im Gehäuse gibt dem Bass mehr Tiefe und Raum, die zwei Tieftöner mehr Pegel, ohne dass der Klang eng wird – dazu ein Mitteltöner und ein Kalottenhochtöner, die für genau die Klarheit sorgen, die mir bei der Quinto gefehlt hat.
Beide Paare habe ich gebraucht gekauft, wie ich es mit Lautsprechern immer gehalten habe. Und ich habe die Anlage irgendwann umschaltbar gebaut, um herauszufinden, welches Paar zu welcher Musik passt. Am Ende liefen fast immer beide zusammen: der trockene, kontrollierte Bass der Quinto und die Klarheit und Dynamik der Fonum ergänzen sich, statt sich zu duplizieren.
Zusammen sind die Quinto 540 und die Fonum 730 DC der Klang, bei dem ich beim Hören glücklich werde – mein persönlicher Soundhimmel.
„Diese Tiefe kannte ich vorher nur von Konzerten – wenn der Bass nicht nur im Ohr, sondern im Brustkorb ankommt. Zusammen mit der Wärme ist das der Moment, in dem ich nicht mehr zuhöre, sondern einfach nur noch abtauche.“
– Marcel Schuler
04Geschichten aus der Anlage
Manche Geräte haben mehr zu erzählen, als hier Platz ist.
Die Bandmaschine und die Lautsprecher haben eigene, längere Texte bekommen – dazu einer darüber, was das gemeinsame Hören mit einer Runde macht.
Das Herzstück
Die Bandmaschine
Ein knapp zwanzig Kilo schwerer Kasten aus Metall und Glas, gebaut 1976 in Japan – und der eigentliche Grund, warum ein Hörabend so klingt, wie er klingt.
Weiterlesen →Über den Klang
Eine Liebeserklärung an einen Klang
Der eine gibt mir den Boden unter den Füßen, der andere die Luft nach oben – zwei Lautsprecherpaare, fünfzehn Jahre auseinander gebaut, aus derselben Firma.
Weiterlesen →Über das gemeinsame Hören
Der Lagerfeuer-Effekt
Warum eine Runde still wird, wenn ein Album am Stück läuft – was die Forschung über Gespräche am Feuer weiß und was Japan seit 1929 daraus gemacht hat.
Weiterlesen →Was Musik im Kopf macht
Die Gänsehaut hat einen Grund
Dass einem an einer bestimmten Stelle die Haare am Arm aufstehen, ist messbar – und die Belohnung setzt schon vor der Stelle ein, auf die man wartet.
Weiterlesen →05Aus der Nähe
Die Dinge, die man sonst nie sieht.
Geräte aus dieser Zeit zeigen, was sie tun. Kein Menü, kein Display, keine App – nur Zeiger, Skalen und Metall, das sich bewegt.
06Die Anzeige
Der einzige Bildschirm des Abends.
AussteuerungZeiger folgen der Musik
Zwei Zeiger, die sich mit der Musik bewegen. Mehr Anzeige gibt es an diesem Abend nicht.
Für Gäste ist das oft der Moment, an dem etwas kippt: Man merkt, dass man seit einer Weile auf die Zeiger schaut statt auf ein Telefon – und dass man dabei zugehört hat.
Wer genau hinsieht, erkennt an den Ausschlägen, wie ein Album gebaut ist. Ein ruhiges Stück bewegt die Zeiger kaum. Beim Übergang in den lauten Teil springen sie nach rechts, und im ganzen Raum dreht sich der Kopf zur Anlage.
07Aufbau
Sie stellen den Raum. Ich bringe den Rest.
Ich bringe mit
- Bandmaschine, Verstärker und zwei Paar Canton-Lautsprecher
- Das vorbereitete und geprüfte Band mit Ihrem Album
- Kabel, Ständer und alles Nötige zum Aufstellen
- Aufbau, Anschließen und Abbau
Sie stellen
- Einen Raum ab etwa 20 m²
- Sitzgelegenheiten für alle
- Zwei freie Steckdosen
- Dimmbares oder ausschaltbares Licht
- Sonst nichts
08Häufige Fragen
Was zur Anlage oft gefragt wird
Warum Tonband und nicht Schallplatte?
Weil ein Band durchläuft. Eine Schallplatte muss nach gut zwanzig Minuten umgedreht werden – genau in dem Moment, in dem eine Runde gerade still geworden ist. Auf einem Band liegt das Album am Stück.
Woher kommt die Aufnahme auf dem Band?
Ich überspiele von verlustfreien digitalen Quellen auf das Band. Was Sie hören, ist also nicht die Kopie einer Kopie, sondern eine einzige Überspielung – und danach läuft es analog bis zum Lautsprecher.
Wie lange dauert der Aufbau?
Etwa eine Stunde vor dem vereinbarten Beginn. Der Abbau dauert kürzer. Beides ist im Festpreis enthalten.
Wie laut wird es?
So laut, dass die leisen Stellen leise bleiben dürfen. Es geht nicht um Lautstärke, sondern darum, dass der Abstand zwischen leise und laut hörbar wird. In einer Wohnung ist das kein Problem.
Muss ich mich mit Technik auskennen?
Nein. Sie müssen nichts bedienen und nichts vorbereiten. Wenn jemand in Ihrer Runde sich auskennt, kommt er beim Aufbau auf seine Kosten – nötig ist es nicht.
09Termin anfragen
Einmal selbst hören.
Beschreiben ist das eine. Der Unterschied zeigt sich in den ersten Minuten, wenn die Spulen anlaufen und im Raum niemand mehr redet.
Antwort in einem Werktag · keine Bindung · Großraum München
